Hallo liebe Freunde, liebes Team von meta-fusionhier in Kopenhagen läuft nicht alles rund. Vor dem Bella Center warten die Menschen stundenlang in kilometerlangen Schlangen und kommen dann doch nicht rein. Die Verhandlungen stocken, die Fronten sind verhärtet. Warum das alles so kompliziert und schwierig ist? In unserem Videopost vom 15.12. findet ihr den Versuch einer Antwort.

Soweit die Situation draußen. Hier in unserem Webcast Center scheint alls weit weg. Vor einigen Tagen war John*) bei uns und wir haben ein bisschen über die Entwicklung von all der IT Technik und vor allem über den Webcast philosophiert. Die UNO hat seit Marrakesch immer mehr investiert und inzwischen ein beachtliches Setup erreicht. Das Einrichten der Streams und die Übertragungssicherheit zum Entrypoint ist inzwischen schon fast eine Selbstverständlichkeit. Bei jeder Konferenz werden neue Techniken eingeführt - so gibt es inzwischen eine komplette IP Telefonie für das ganze Sekretariat. Das WLAN für alle Teilnehmer ist frei zugänglich und es werden vor allem immer mehr mobile Endgeräte, die sich in dieses Netzwerk einloggen. Doch in unserer kleinen Runde haben wir eben vor allem über die Webcast Produktion gesprochen. Grade weil John*) immer mit sehr hohen Ansprüchen an die Dienstleister herantritt ist er für uns ein gutes Barometer. Ich fasse zusammen:
In Marakesch haben wir ja noch über ISDN gestreamt, heute sind es rund 1Mbit pro Stream, aus 7 Sälen (4 davon zweisprachig), zusätzlich drei mobile Teams. Die Webseite ist inzwischen in verschiedenen Skins verfügbar (
http://webcast.cop15.dk oder
http://cop15.meta-fusion.com ).
Wir haben auch viel Gehirnschmalz in die Verbreitung des Webcasts gesteckt. Ganz im Sinne des Web2.0 Gedanken haben wir:
- Unser Webcast Display. Es erlaubt eine Vorschau auf alle Live Webcast. Es kann auf beliebigen Seiten ausserhalb des Webcasts per iframe eingebunden werden
( htttp://unfccc.int )
- Die Untertitel der Live Webcasts werden automatisch im Twitterchannel (http://twitter.com/cop15liveagenda ) veröffentlicht. So kann jeder Abbonent (inzwischen über 600) die Geschehnisse aller Webcasts im Überblick verfolgen.
- Alle Ondemand Videos können beliebig mit In- und Outpoints versehen werden und der generierte embed code ermöglicht das Einbinden der Videos in beliebige Webseiten.
Insgesamt war John sichtlich voller Bewunderung, was wir hier so neues haben und stemmen.

Inzwischen sind es mehr als 500.000 Zuschauer aus über 163 Ländern (einer aus der „Antartica“). Zum Glück haben wir inzwischen ein zuverlässiges, weltweit verteiltes Videoserver Netzwerk und eine Serverfarm für unsere Webseiten, bei Bedarf schalten wir also einfach weitere Server dazu. Vor allem unsere Voschaubildchen auf der Overviewseite erzeugen ja ne Menge zusätzliche Belastung. Das wir inzwischen nicht mehr in Real sondern in Windows Media ( bzw. Silverligth für MAC) produzieren und alle Encoder umgestellt haben erscheint da schon fast als Randerscheinung. Auch die Hardware hat sich gewandelt. Wir haben hier 9 Encoder Cases im Einsatz. Dank der USVs können wir 10 Minuten ohne Strom produzieren.
Schon lange können wir all das nicht mehr mit unserem Kernteam bewältigen. So sind wir hier mit 18 Leuten vor Ort, die sich wirklich reinhängen. Die Anforderungen an das Produktionsteam haben sich von Meeting zu Meeting immer weiter entwickelt. Inzwischen produzieren wir rund 50 Sessions am Tag und stellen die nach ca. 30 Minuten im Archiv bereit.
Zum Abschied sagte John: „meta-fusion reached the next level. I`m realy impressed.“ – lachte, klopfte uns auf die Schulter und zog von dannen. Nun warten wir auf Ergebnisse bei den Verhandlungen und versorgen alle, die draußen blieben müssen mit unserem Webcast...
Liebe Grüße aus Kopenhagen,
Matthias
(* Für alle die John Kiarie nicht kennen, er ist der „Chief of ICT
Network operations“ des UN Klimasekreteriats.